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Tierschutzseminar 2025 – weil uns das Wohl der Tiere am Herzen liegt!

Seit über 30 Jahren laden wir einmal jährlich in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden, Kammern und Züchtern zum wohl beliebtesten Seminar des Jahres ein. Die Nachfrage in Deutschland nach derartigen Events ist hoch und die Freude über dieses Angebot ist groß. Das spiegelt sich auch in der stetig wachsenden Teilnehmerzahl aus dem gesamten Bundesgebiet wieder. Eine tolle Veranstaltung, die gezeigt hat, wie sehr Reitern, Tierärzten, Ausbildern und Züchtern Tierschutz und der vorbildliche und korrekte Umgang mit dem Pferd am Herzen liegt.

Hier noch einmal ein Überblick über die Themen und die Referenten/Referentinnen sowie ein kurzes Statement:

  • Eine rote Linie - Blut am Pferd und die Bedeutung klarer Regeln im Pferdesport - Dr. Henrike Lagershausen, FN, Leiterin Abteilung VetMed.

Den gesamten Vortrag zu diesem Thema finden Sie hier zum Download

  • KI in der Pferdewelt: Was ist möglich und welche Einsatzgebiete gibt es bereits? - Prof. Dr. Anna May, UNI München

Die künstliche Intelligenz, und hier insbesondere das Teilgebiet Deep Learning, hat zunehmend auch Bedeutung für unser Leben als Tierärzte und Tierärztinnen. Die KI-Systeme können den Menschen bei der Überwachung von Tieren entlasten, Daten analysieren und damit schnelle Entscheidungen ermöglichen, helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen sowie den Tierarzt bzw. die Tierärztinnen bei der Diagnosefindung unterstützen. Die Künstliche Intelligenz birgt in der Pferdemedizin enormes Potential. Durch KI-gestützte Assistenzsysteme können Fehler von Menschen vermieden und umfangreiches Wissen jederzeit abgerufen werden. Tierärzte und Tierärztinnen können so von Routinetätigkeiten freigespielt werden und haben mehr Zeit für Patienten. Dazu müssen bestehende Systeme fortwährend in der Erkennung und Einordnung von Symptomen und Befunden weiterentwickelt werden. Künstliche Intelligenz kann auch enorme Bedeutung in der Weiterbildung von KollegInnen und in der Ausbildung von Studierenden erlangen. Global kann in Gegenden mit geringer Fachtierarztdichte die Diagnosestellung in speziellen Fachgebieten verbessert werden. Während die KI in der Humanmedizin bereits auf dem Vormarsch ist und beispielsweise in der Dermatologie zur Erkennung und Markierung von verdächtigen Muttermalen bereits routinemäßig eingesetzt wird, gibt es beim Pferd bisher vergleichsweise wenig Anwendungen. Es gibt Tools zur Verhaltensüberwachung und -interpretation (z.B. Acaris), welche Bewegungsdaten aufnehmen, Herzfrequenz und Temperatur messen sowie bei ungewöhnlichem Verhalten (z.B. Koliksymptomen) Alarm schlagen. Daneben gibt es wenige Systeme, die auch bei der Diagnostik von Erkrankungen unterstützend eingesetzt werden können. Dazu zählen verschiedene Anwendungen zur Erkennung und Lokalisation von Lahmheiten (z.B. Sleip). Auch die Diagnostik von Kolik sowie Systeme, die bei der Schmerzerkennung (Horse Grimace Scale) und der Interpretation von Röntgen- oder Ultraschallbildern unterstützen sollen, sind in der Entwicklung.

 

 

 

 

 

 

Kurzer Rückblick - das stand 2025 auf dem Plan:

 

Was braucht mein Pferd? Braucht mein Pferd Ergänzungsfuttermittel? Gibt es das „eine“ Raufutter für Pferde? - Referentin: Prof. Ingrid Vervuert, Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik,  Leipzig

„Für die Zukunft bedarf es Konzepte zur besseren Einwerbung von Heu und Heulagen. Neben einem adäquaten Düngemanagement von Futterflächen sollten geeignete Erntetechniken, aber auch mögliche Nachtrocknungen und ideale Lagerbedingungen angestrebt werden. Hierfür stehen zahlreiche Beratungsstellen zur Optimierung des Wiesen- und Weidemanagements zur Verfügung, die in Anspruch genommen werden sollten. Besonders kritisch zu sehen sind die aktuell abnehmenden Proteingehalte und die deutlich gestiegenen Zuckergehalte in Heu- und Heulagequalitäten.

In Ergänzung zu raufutterbetonten Rationen bei Freizeit- und Sportpferden sollte ein spurenelementbetontes Mineralfutter gefüttert werden, wobei insbesondere die Kupfer-, Zink-, Selen- und Jodzufuhr berücksichtigt werden muss. Die Spurenelemente Mangan- und Eisen sind in der Regel ausreichend im Raufutter enthalten. Bei Zuchtstuten und Fohlen sind allerdings auch die Mengenelemente wie Calcium, Phosphor und Magnesium vielfach nicht ausreichend im Raufutter enthalten, so dass  Mineralfuttermittel zum Einsatz kommen müssen, die calcium-, phosphor- und magnesiumreich sind. Ohne nennenswerte Grasaufnahme verdienen auch die Vitamine A bzw. beta-Carotin und Vitamin E Beachtung. Viele vitaminierten Mineralfutter enthalten Vitamin A und Vitamin D, allerdings enthalten nicht alle vitaminierten Mineralfutter ausreichend Vitamin E, so dass insbesondere bei Sportpferden ohne nennenswerten Weidegang im Herbst und Winter vielfach zusätzlich Vitamin E ergänzt werden muss.“

 

Das ideale Grundfutter: Heuerzeugung. - Referent: Reinhard Resch, Institut Pflanzenbau- u. Kulturlandschaftsforschung, AUT

Fakten aus chemischen und mikrobiologischen Untersuchungen in Österreich unterstreichen, dass mehr als die Hälfte der analysierten Heupartien für Pferde zu spät geerntet und knapp die Hälfte futterhygienisch bedenklich bzw. knapp 20 % sogar als verdorben anzusehen waren. Die Ernte zum Blühbeginn der Gräser mit Rohfasergehalten bis max. 320 g/kg Trockenmasse, sowie Heubelüftung von locker gepresste Heuballen und deren richtige Lagerung schaffen gute Voraussetzungen für einwandfreies Qualitätsheu ohne Schimmelpilze. Beobachtung von Fressverhalten und Tiergesundheit, sowie regelmäßige grobsinnliche Futterbewertung und Laborbefundung von Futterproben sind Teil der guten fachlichen Praxis einer professionellen Pferdehaltung.

 

Abwechslungsreiche Bewegungsarbeit für Equiden - Was dient der Gesunderhaltung? - Referentin: Dr. Enrica Zumnorde-Mertens, FN Abtlg. Veterinärmedizin, Warendorf

„In Bezug auf den Sozialkontakt von Pferden gilt die Mindestanforderung der BMEL Leitlinien Pferdehaltung, dass sich Pferde mindestens hören, riechen und sehen können müssen. Diese Mindestanforderung gilt auch für die Zeit der freien Bewegung. Dort, wo es möglich ist, können Pferde die freie Bewegung in der Gruppe (≥2) erhalten. Hier sind eine behutsame Gruppenzusammenstellung und ein harmonisches Miteinander der Pferde absolut entscheidend. Bei geschlechtsreifen Hengsten ist der gemeinsame Auslauf in der Gruppe in den meisten Fällen nicht möglich. Seltene Ausnahmen kann es geben, wenn sich die Hengste beispielsweise bereits aus der Aufzuchtzeit kennen. Auch bei Pferden, die an den Hinterhufen beschlagen sind, ist es in vielen Fällen erforderlich, dass zur Reduktion des Verletzungsrisikos die freie Bewegung unter Sicht-, Hör- und Geruchskontakt erfolgt.“

 

Weidetechnik: Die sichere Weide. - Referentin: Dr. Christiane Rittershaus, Beratungsteam Tierhaltung im Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Ausbruchsichere und funktionierende Weidezäune für Pferde sind für die Gefahrenabwehr nach innen und außen unerlässlich. Die verletzungssichere Weideeinzäunung kann entweder durch Festzäune aus Holz, Kunststoff oder Metall, oder durch Elektrozäune erfolgen. Abhängig davon, ob die Weide im Risikobereich oder fern von Risikobereichen liegt, sollte die Einzäunung mit 2 oder 3 Querriegeln bzw. Leitern erfolgen. Im Risikobereich, also innerhalb von 1000 Metern zu stark frequentierten Verkehrswegen, sollte mit Elektro-Festzäunen eingezäunt werden. Dazu gehören die Kunststoffummantelten Drähte und Breitbandlitzen. Die Höhe der Zäune ist abhängig von der Größe der Pferde und dem Geschlecht (Hengsthaltung).
Bei allen eingesetztem Equipment sollten Abstände zwischen 6 und 30 cm vermieden werden, da die Tiere sich mit den Hufen oder mit dem Kopf darin verhängen können. Tierschutzwidrig und damit verboten sind Knotengitter- und Stacheldrahtzäune als alleinige Einzäunung. Auch Stahlfedertore oder frei liegende Torfedern sind ebenfalls tierschutzwidrig, da die Pferde sich mit ihrem Langhaar darin verfangen können. Die tägliche Zaunkontrolle gehört genauso wie der Einsatz und die Pflege der geeigneten Materialen zur guten fachlichen Praxis in der Weidehaltung. Literatur: "Sichere Weidezäune", Bundesinformationszentrum Landwirtschaft, 2023
DLG-Merkblatt 476 "Zaunbau in der Pferdehaltung"

 

Auch im kommenden Jahr können Sie sich wieder auf spannende Themen und tolle Referenten freuen.

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