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„Erlebnis und Gefühl“ – Das war die Landesbreitensporttagung 2020

„Erlebnis und Gefühl“ lautete das Motto der diesjährigen Landesbreitensporttagung, zu der sich am 2. Februar rund 60 Ausbilder und Interessierte auf dem Kattendorfer Reiterhof einfanden, um neue Impulse für ihre Arbeit mit Mensch und Pferd zu sammeln.

Kattendorf. Vor dem Publikum stehen 6 junge Mädchen in einer ordentlichen Reihe. In ihrer Mitte steht Pony „Peggy“. Gemeinsam mit ihrer Ausbilderin wollen sie den Besuchern einen kleinen Einblick in den Kattendorfer Unterricht geben. Doch Peggy trägt weder Halfter, noch Strick, oder irgendeine andere Form der Ausrüstung. Es stehen auch weder „Indianer-Reiten“, noch „Freiheits-Dressur“ auf dem Stundenplan. Nein, heute geht es um das Herzensthema des Vereins: „Soziales Lernen mit Pferden“.  Die Mädchen sollen als Team Lösungen für bestimmte Aufgaben entwickeln, z.B. Peggy in der Gruppe mitnehmen, sie an einem markierten Punkt abstellen oder sie über eine Stange gehen lassen. Ihre Hilfsmittel? Körpersprache, Poolnudeln, Gymnastikbänder – und Kommunikation. Reitpädagogin Janina Möller erklärt dabei nicht, „wie es geht“, sondern regt zum Nachdenken an und achtet auf die Sicherheit, während die Kinder sich ausprobieren können. „Dadurch lernen sie, zusammenzuarbeiten, zu reflektieren und Zusammenhänge zu verstehen.  Außerdem stärkt das gemeinsame Erfolgserlebnis das Wir-Gefühl und das Selbstvertrauen.“
Jetzt soll Peggy antraben, doch so richtig klappt es noch nicht.
„Was habt Ihr versucht?“
„Und hat das geklappt?“
„Was könntet Ihr noch versuchen?“
Die Mädchen stecken die Köpfe zusammen. Ein neuer Plan. Ein neuer Versuch.
Und großer Applaus, als es schließlich gelingt und die 26-jährige Pony-Oma ihre Kreise zieht.

Zusammenarbeit und Wir-Gefühl sind elementar für das gesamte Konzept des Vereins. So hat der DALARNA Kattendorfer Reiterhof e.V. auch keine klassische Vorstandshierarchie, sondern ein Team gleichberechtigter Vorstandsmitglieder, die alle wichtigen Entscheidungen gemeinsam treffen. Regelmäßiger Austausch mit den Mitgliedern, Ausbildern und Helfern stehen genauso fest auf dem Plan wie regelmäßige Fortbildungen und wer einmal mit den vielen fröhlichen Mitgliedern der großen Hof-Familie zusammenarbeiten durfte, will gar nicht wieder weg. 30 Schulpferde und –ponys, Reitschule und Therapiebetrieb (mit einer langen Warteliste) werden hier ehrenamtlich gemanaged und alles geht Hand in Hand, selbst Unterricht und Therapie. Eine achtsame, respektvolle Haltung ist hier nicht nur Basis der therapeutischen Arbeit, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche des Vereinslebens.

„Fühlen Sie mal Ihren großen Zeh“, lud Ergotherapeutin Wiebke Töpfer die Gäste ein. „Haben Sie ihn dafür bewegt? Das ist normal, denn Fühlen und Bewegung gehören zusammen.“ Gemeinsam mit ihren Reiterinnen demonstrierte sie, wie die Wahrnehmung unserer Körperbewegungen sowohl bewusst als auch unbewusst erfolgt und wie wir sie durch das bewusste Fühlen gezielt verändern und koordinieren können. „Und nicht nur der Reiter braucht ein solches Körper- und Bewegungsgefühl“, erklärte sie, „sondern auch das Pferd. Genau wie wir, kann es nur so die gestellten Aufgaben lösen.“ Doch nicht nur Körper- und Bewegungsgefühl, auch unsere Gefühle an sich haben einen großen Anteil daran, wie wir lernen und wie wir mit Stress und Ängsten umgehen. Das erläuterte Maj Anna Kluth, die neben dem ehrenamtlichen Engagement im Verein gerade an ihrer Psychologie-Diplomarbeit schreibt. Abhängig von seinen Erfahrungen, seinen Gedanken und seiner eigenen Wahrnehmung, verarbeite jeder Mensch Reize unterschiedlich – und das Pferd natürlich auch. „Wir fühlen was wir denken, wie wir uns körperlich wahrnehmen und was wir erlebt haben. Deshalb ist es so wichtig, immer genau hinzuschauen wie es Mensch und Pferd – und auch uns selbst - gerade geht, und sich individuell auf die Situation einzustellen.“

Nach so viel Input waren dann auch die Teilnehmer gefragt. In einer lebhaften Workshop-Phase konnten sie ihre eigenen Erfahrungen zum Einfluss von Erlebnissen und Gefühlen auf den Unterrichtserfolg diskutieren und Tipps und Tricks mit den Kollegen austauschen, bevor die Tagung schließlich, nach einem kurzen Blick in die aktuellen Entwicklungen im Breitensport und die APO 2020 mit den neuen Pferdeführerscheinen, bei Kaffee und angeregten Gesprächen ausklang.

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