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Pferdefreundliche Gemeinden und Regionen auf Bundesebene ausgezeichnet – 2 Preisträger aus Schleswig-Holstein

Deutschlands pferdefreundlichste Gemeinden und Regionen des Jahres 2018 wurden am Freitag, den 15. Juni, bei den Deutschen Meisterschaften im Dressur- und Springreiten „Longines Balve Optimum 2019“ ausgezeichnet. Fünf Gemeinden und zwei Regionen dürfen sich nun mit dem Titel „Bundessieger“ schmücken, den die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) seit 1991 alle vier Jahre vergibt.

Balve. Große Freude steht den Vertretern der Gemeinde Handewitt und des Amtes Bordesholm ins Gesicht geschrieben, als sie die Ehrentafeln für die Auszeichnung als „Pferdefreundliche Gemeinde“ und „Pferdefreundliche Region“ in Empfang nehmen. Beide waren zuvor bereits vom Pferdesportverband Schleswig-Holstein e.V. auf Landesebene ausgezeichnet worden und wurden aus allen holsteinischen Titelträgern der letzten 4 Jahre für die Teilnahme am Bundeswettbewerb ausgewählt.

Das Amt Bordesholm wurde bereits 2015 mit dem ersten Titel bedacht, denn der Pferdesport hat in den 14 Gemeinden des Amtes einen hohen Stellenwert. Vom Ponyspaß über die Zucht bis hin zum Hochleistungssport findet hier jeder eine Heimat für seine Vorstellungen und Ziele. Neben der positiven Grundeinstellung zum Pferdesport sind zwei in der Region beheimatete Projekte besonders hervorzuheben: Zum einen wurde in den vergangenen Jahren ein sehr erfolgreiches Pilotprojekt mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten umgesetzt, durch das mehrere Kilometer Weg im Sörener Wald zum Reiten und Fahren ausgewiesen wurden. Die Kooperation zwischen der Försterei Bordesholm und den Aktiven vor Ort hat hier Vorbildcharakter.
Zum anderen zeigten sich die Gemeinden besonders pferdefreundlich, als es darum ging ein pferdesportliches Leuchtturmprojekt für die Aktiv-Region Mittelholstein zu realisieren. Die ortsansässigen Vereine trugen die Idee in die Region und die Gemeinden zogen mit und stellten die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung. Zahlreiche Sponsoren und Aktive beteiligten sich sowohl an der Finanzierung als auch an der praktischen Umsetzung und gemeinsam konnte man zudem das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume als Förderer des Projektes gewinnen. Nach 10 Jahren intensiver, gemeinsamer Arbeit können die Pferdefreunde deshalb nun auf 10 Hektar den „Pferdefreizeitpark Eidertal“ genießen.

Die Gemeinde Handewitt durfte sich im vergangenen Jahr über die erste Auszeichnung freuen. In enger Abstimmung mit den örtlichen Vereinen und Pferdebetrieben wurde dort ein Wegekonzept erarbeitet und umgesetzt, das sowohl in der Ausführung als auch hinsichtlich der Einstellung der Verwaltung unbedingt zur Nachahmung einlädt. Vier Meter breite Wegestreifen wurden langfristig von der Gemeinde gepachtet und als Wege für Reiter, Fahrer und Fußgänger hergerichtet. Es wurden Verbindungswege geschaffen, Gefahrenstellen ausgewiesen, Aufstiegshilfen installiert, gespanntaugliche Parkplätze eingerichtet – ein echtes Rund-um-Sorglos-Paket für Pferdefreunde. Die regionale Wertschöpfung durch den Faktor Pferd ist für die Gemeinde immens. Bei 11.000 Einwohnern sind rund 700 Pferde in etwa 40 Ställen in Handewitt ansässig und durch den sukzessiven Ausbau des Wegenetzes soll der Standort nicht nur für diese attraktiv bleiben, sondern auch den Tourismus in der Region fördern. So etwas wie eine Pferdesteuer ist deshalb in Handewitt kein Thema.
Die Unterhaltungskosten für die Wege werden nach dem Vorbild anderer Initiativen durch eine kleine Nutzungsgebühr für eine Jahresvignette getragen.

Foto: Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. / fn-press.