• News

    News

Mähnen im Wind - Das war die Betriebe-Tour 2019

Auch in diesem Jahr lud der Arbeitskreis Pferdebetriebe des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein e.V. wieder zur traditionellen Rundreise über ausgewählte Betriebe im Land, um einen Blick über den eigenen Weidezaun zu werfen, Ideen zu sammeln und sich auszutauschen.

Sonne, Wolken und vor allem ganz viel Wind: Die Westküste zeigte sich anlässlich der diesjährigen Betriebe-Tour am letzten Montag im Mai von ihrer ursprünglichsten Seite. Drei Betriebe aus Dithmarschen und Nordfriesland hatte der Arbeitskreis Pferdebetriebe für die Tour ausgewählt und bereits auf der „Sunny Ranch“ von Ute Abraham in Wesselburen bekamen die rund 30 Teilnehmer, die aus ganz Schleswig-Holstein angereist waren, einen Eindruck davon, was die raue Schönheit der Nordseeküste ausmacht. Völlig unbeeindruckt vom pfeifenden Wind stand da die Herde bunt gemischter Westernpferde dösend im stetigen Wechselspiel von Sonne und Wolken im Offenstall, während die Besucher ihre Krägen hochschlugen und die Gastgeberin zu ihren langjährigen Erfahrungswerten rund um eine arbeitseffektive Offenstallhaltung mit entspannter Herde und zufriedenen Einstellern befragten. Fast 30 Jahre lang betreibt Ute Abraham die Ranch nun schon. Natürlich gab es in dieser Zeit viele Veränderungen, erzählt sie, aber eins ist immer gleich geblieben: Der Blick auf das Wohlergehen der Pferde.

Mit jeder Menge „Input“ im Gepäck ging es dann weiter nach Tönning, in den Reitstall Rohde. Kurz hinter dem Deich erwartete die Gäste in der Halle bereits ein buntes Reitschultreiben, denn der Betrieb ist im Schwerpunkt therapeutisch ausgerichtet und arbeitet eng mit einer Einrichtung der Jugendhilfe zusammen. Kinder und Jugendliche mit verschiedensten Problemen werden hier durch die Pferde in ihrer Entwicklung gestärkt und auch eine Ausbildung zum „Pferdewerker“ ist auf dem Hof möglich. Dazu gibt es von allem ein Bisschen, erzählt Gastgeber Christoph Rohde. Ein Bisschen Sport, ein Bisschen Zucht und ein paar Einsteller. Diese vielfältige Mischung, insbesondere die Abstimmung von Einstellern, Therapie- und Schulbetrieb, funktioniert seiner Meinung nach vor allem durch passende Zeitfenster und natürlich ein rücksichtsvolles Miteinander.

Ein beeindruckendes Miteinander gab es auch auf der letzten Station, dem Islandpferdegestüt Eichenhof in Grothusenkoog, zu erleben. Dort erwartete Gastgeberin Stephanie Nagel die Besucher gleich mit ihrem ganzen Team, das gemeinsam den Sport-, Pensions-, Veranstaltungs- und Ferienbetrieb in der Nähe von St. Peter Ording managed. Manch einer konnte angesichts der pieksauberen und liebevoll gepflegten Anlage mit rund 40 Pferden kaum glauben, dass all das nur von dem 5-köpfigen Team - einschließlich der Chefin - betreut wird. Wenn jeder wisse was zu tun ist und sich zuverlässig um seinen Bereich kümmere, dann sei das kein Problem, erklärt Stephanie Nagel, und die spürbar gute Laune der Mitarbeiter, die offenkundig ebenso viel Herzblut in die Arbeit stecken wie die Chefin selbst, scheint das zu bestätigen.
So ließ das Team des Eichenhofs es sich zum Abschluss auch nicht nehmen, seine Gäste in der „Reiterdiele“ ausgiebig zu bewirten, während der Tag bei intensiven Gesprächen um die Eindrücke der Tour ausklang.