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(Ent)spannung pur beim 23. Pferdefest des Nordens

Am dritten Augustwochenende war es mal wieder so weit: Das 23. Landesbreitensportturnier des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein e.V., stolz präsentiert von der Sparkasse Südholstein, zog tausende Pferdefreunde auf die Rennkoppel in Bad Segeberg.

(Bad Segeberg.) Das Pferdefest des Nordens ist schon ein besonderes Turnier. Wo sonst liegen Endorphinrausch und Tiefenentspannung so dicht beieinander? Dabei braucht es für die großen Glücksgefühle gar nicht viel Action. Die Gelassenheitsprüfungen und Vertrauenstrails sind bei den Teilnehmern in verschiedensten Variationen so beliebt, dass sie einen ganzen Tag lang parallel auf zwei Plätzen statt fanden.
Dort sah man Mensch und Pferd dann gerade noch ganz entspannt durch den Parcours laufen und kaum war die Prüfung beendet, fiel so manch einer seinem Pferd wild jubelnd um den Hals. Auch ganz entspannte Führwettbewerbe wie die „Kommunikation am Boden“ oder der „Durch dick und dünn“-Parcours für Kinder, erfreuten sich großer Beliebtheit und ließen so manchen Teilnehmer strahlen. Doch natürlich gab es auch temporeiche Darbietungen zu sehen und die Zuschauer konnten mitfiebern, wenn die Teilnehmer sich zum Beispiel im Kegelfahren oder im „Geschicklichkeitsrennen mit Stil“ messen durften. Aber so hoch der Adrenalinpegel manchmal stieg, wenige Augenblicke später saß man auch schon wieder ganz entspannt auf der Wiese und genoss das bunte Treiben.

In der Tat gibt es wohl kaum ein Turnier, auf dem es für Mensch und Tier so leicht ist, gemeinsam einen Gang runter zu schalten – und dabei gleichzeitig so viel zu erleben und auch mal zu Höchstleistungen aufzulaufen. An jeder Ecke hörte man fröhliches Gelächter, sah Teilnehmer auf dem Paddock Seite an Seite mit ihren vierbeinigen Partnern campieren oder konnte spannenden Diskussionen rund ums Thema Pferdesport lauschen.

Um sich von dieser herzlichen, familiären Atmosphäre mitreißen zu lassen, musste man selbst gar keine Pferdeerfahrung haben. Viele der etwa 4.000 Besucher waren Laien und ebenso begeistert wie die rund 1.000 Teilnehmer. Die kamen übrigens bei Weitem nicht nur aus der Region Hamburg und Schleswig-Holstein, sondern teilweise sogar aus Dänemark und Berlin angereist. Auch die fast 300 ehrenamtlichen Helfer kamen gerne aus allen Himmelsrichtungen und sogar der ganzen Republik, um den Pferdefreunden von nah und fern wieder einmal ein unvergessliches Wochenende zu bereiten.

Geradezu „zauberhaft“ war es. Nicht nur, wenn Harry Potter voltigierte oder Eiskönigin Elsa auf ihrem „Elch“ am Führzügel einritt, sondern vor allem immer dann, wenn man die tiefe Verbundenheit zwischen den menschlichen und tierischen Partnern sehen konnte. Und die zeigte sich nicht nur in anspruchsvollen Küren und Schaubildern, sondern vor allem in den vielen kleinen Momenten: Eine Übung klappt nicht wie geplant? Egal, Hauptsache Spaß dabei! Gemeinsam einen kleinen Durchbruch geschafft? Das Publikum feiert mit!  Weinend aus der offenen Kür? Ja, vor Freude über den perfekten Moment.
 
Die Freude stand den Breitensportlern auch am Sonntagmittag ins Gesicht geschrieben, als sie sich stolz beim Aufmarsch präsentierten – und zwar alle gemeinsam. Da standen Action liebende Mounted-Games-Reiter neben tief entspannten Westernpferden, bunt kostümierte Führzügel-Ponys neben  traditionell-eleganten Kutschen und Mini-Shettys trabten nur ein paar Schritte entfernt von mächtigen Kaltblütern.
Vor dieser beeindruckenden Kulisse wurden die Reiter und Fahrer der SternStafettenaktionen ausgezeichnet, die in dieser Saison insgesamt 4523,3 Kilometer gesammelt hatten – rund 1.500 Kilometer mehr als im Vorjahr. Maike Arndt und Nicole Peters, die hierzu die meisten Kilometer im Sattel bzw. auf dem Kutschbock beigesteuert hatten, wurden mit einem Gutschein für ein Wellness-Wochenende, gesponsert vom Futterhaus Schwentinental, belohnt. Da lohnt das Engagement für mehr Reit- und Fahrwege doch gleich doppelt!

Antje Voß, die Breitensportbeauftragte des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein e.V., weiß, warum das Pferdfest so beliebt ist: „Der Breitensport ist für uns alle eine Herzensangelegenheit. Wir lieben, was wir tun und ich glaube, das ist für alle Teilnehmer und Besucher spürbar. Spaß und Freude am gemeinsamen Erlebnis, Neues ausprobieren, Impulse für die eigene Entwicklung und die Partnerschaft mit dem Pferd sammeln – für uns ist das eine Lebenseinstellung. Und ich glaube, dass die Menschen zum Pferdefest des Nordens kommen, weil sie genau diese Einstellung teilen.“

Doch irgendwann musste auch der letzte der rund 100 Wettbewerbe zu Ende gehen und wie immer war das Wochenende eigentlich viel zu schnell vorbei. Für die meisten Pferdefans steht deshalb jetzt schon fest: Nächstes Jahr sind sie wieder mit dabei, bei diesem Turnier, das auch irgendwie ein bisschen Festival, ein bisschen Meditationskurs und ein bisschen Ferienlager ist.

Christina Roesler

So schön war's

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Fotos: Anja Haltenhof, Holger Hansen, Wulf Rohwedder, Stefan Stuhr