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Einzigartig bunt und fair: Das war das 24. Pferdefest des Nordens

Wenn das Landesbreitensportturnier ansteht, dann hält auch typisch norddeutsches Schmuddelwetter die Pferdefreunde nicht zurück. Ziemlich nass, aber bei bester Laune feierten sie ihr Pferdefest des Nordens, das auch in diesem Jahr von der Sparkasse Südholstein präsentiert wurde.

(Bad Segeberg.)
Wer am 17. und 18. August über die Rennkoppel schlenderte, begegnete dort unzähligen Pferdefreunden der verschiedensten Reitweisen und Disziplinen: Da ritten elegant glitzernde Westernreiter neben perfekt abgestimmten Teams in schwarz-weißem Dressurdress,    fröhliche Voltigierer trafen auf entspannte Gespannfahrer und flinke Islandpferde, bunt kostümierte Kinder und jede Menge anderer Zwei- und Vierbeiner wuselten über den Platz. Diese Vielfalt konnte nur eines bedeuten: Der Pferdesportverband Schleswig-Holstein e.V. (PSH) und seine Mitstreiter hatten einmal mehr zum Pferdefest des Nordens geladen – und die Breitensportler von nah und fern waren ihrem Ruf freudig gefolgt.

Viele der rund 1.000 Teilnehmer campierten gemeinsam mit ihren 600 Pferden und Ponys am Rande der neun Turnierplätze. Wie ist das, wenn auf begrenztem Raum so verschiedene Charaktere und so viele verschiedene Disziplinen und Ideen aufeinandertreffen? Spannend! Und zwar im allerbesten Sinne: Nirgendwo sonst ist es so leicht, einen Blick über den eigenen Paddockrand zu werfen und zu schauen, was es noch zu entdecken und auszuprobieren gibt – ohne Druck, ohne Konkurrenz. Das Miteinander auf dem Platz ist locker und familiär. Der perfekte Rahmen, um sich zum ersten Mal ins Rampenlicht zu wagen oder neue Dinge in fröhlicher Gesellschaft auszuprobieren. Deshalb gab es in diesem Jahr nicht nur rund 100 kunterbunte Wettbewerbe für die Teilnehmer, sondern auch spannende „Mini-Kurse“:  Hier konnten die Teilnehmer zusammen mit ihren vierbeinigen Gefährten in kleinen Gruppen ausprobieren, wie ihnen zum Beispiel Horse Agility, die Arbeit am Leitseil, oder Wippen- und Clickertraining gefallen.

Breitensport Richterin Ute Limbach reist seit drei Jahren jedes Jahr extra aus dem Rheinland an, nur um dabei sein zu können. „Die Stimmung und der Teamgeist hier auf dem Platz sind einzigartig“, erzählt sie, „alle sind so gut gelaunt und es ist einfach ein großartiges Miteinander.“ Und ihre Begeisterung ist ansteckend: Auch ihre 18-jährige Tochter Hannah ist inzwischen Teil des engagierten Teams, das hinter den Kulissen für den reibungslosen Ablauf des Pferdefestes sorgt.

Das Miteinander von Pferden und Menschen wird hier ganz groß geschrieben. Deshalb gab es neben den Siegerschleifen dieses Jahr auch noch eine Auszeichnung zu ergattern: „Pia’s Fairness Preis“. „Pia“, ein kleines gelbes Cartoon-Pony, ist das Maskottchen des Pferdefestes und steht für die Vielfalt, den Spaß und die Freude, die Mensch und Pferd zusammen erleben können. Die Teilnehmer konnten das ganze Wochenende „Fairness-Punkte“ sammeln, wenn sie sich besonders umsichtig zeigten, anderen halfen oder natürlich auch einen besonders fairen Umgang mit ihrem Pferd und ihren Mitmenschen pflegten.

Jeder, der es schafft, drei Punkte zu sammeln, wird mit dem Fairness Preis ausgezeichnet und die Jury fand an diesem Wochenende in allen Disziplinen herausragende Teilnehmer, die sich sichtlich über das Lob freuten, wenn ihnen ein Fairness-Punkt überreicht wurde. Zwei Reiterinnen können bereits stolz das kleine Bronze-Pony am Revers tragen: Rickie Syring (13, aus Niedersachsen) und Rosa Struve (50, aus Schleswig-Holstein). Und da Fairness selbstverständlich kein Verfallsdatum kennt, gelten die Punkte auch für die Pferdefeste der kommenden Jahre und können fleißig weiter gesammelt werden.

Diese besondere Atmosphäre, die das Pferdefest ausmacht, zieht auch die Besucher immer wieder in ihren Bann. Rund 2.500 Menschen fanden sich trotz des wechselhaften Wetters auf den Besucherrängen ein, jubelten, fieberten mit und machten viel „Ohhh!“ und „Ahhh!“, wenn die Mounted Games Reiter in rasantem Tempo über die Ziellinie schossen, niedliche Kostümponys über Hindernisse sprangen oder Pferd-und-Mensch-Duos in tiefster Entspannung durch gruselige Flatterbänder spazierten. Und wenn mal etwas nicht klappte? Kein Problem, dann gab es trotzdem Lob für den Mut, es zu versuchen.

All das ist nur möglich, weil so viele ehrenamtliche Helfer alles dafür geben, dieses Erlebnis zu gestalten: Über 300 Menschen sind jedes Jahr tagelang unermüdlich im Einsatz, um aus dem Turnier ein Festival der Vielseitigkeit zu machen. Einige von Ihnen sind schon seit mehr als 20 Jahren mit dabei – wie zum Beispiel Manfred Bork und Gabriele Schlahmann, die dafür beim großen Aufmarsch am Sonntagmittag geehrt wurden.

Doch auch das schönste Fest muss einmal enden und so wurden am späten Sonntagnachmittag die letzten Zäumungen abgenommen – wenn nicht eh gebisslos geritten wurde –, die letzten Paddocks geräumt und die letzten herzlichen Abschiede genommen. Erschöpft, aber glücklich blicken Teilnehmer und Team nun auf das vergangene Wochenende mit seinen rund 100 Wettbewerben zurück und für alle ist klar: Das machen wir nächstes Jahr wieder! Man sieht sich in Bad Segeberg!

- Christina Roesler -

So schön wars'

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Fotos: Anja Haltenhof, Wulf Rohwedder, Stefan Stuhr

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