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Die Deutschen Meisterschaften Voltigieren 2018 präsentiert von den Itzehoer Versicherungen- Ein Voltigier-Sommermärchen ist wahr geworden

„Middenmang - Bi uns to Hus“ – die ausrichtenden Verbände, der Pferdesportverband Schleswig-Holstein und der Landesverband Hamburg, hatten mit ihrem Motto Gastfreundschaft auf der Anlage des Holsteiner Verbandes in Elmshorn versprochen. Und gehalten: Dank kluger Organisation und warmherziger Atmosphäre wurde im Norden vom 27.-29.7. ein echtes Voltigier-Sommermärchen wahr. Richter und Zuschauer freuten sich über ausgezeichnete Athleten, die zum Teil zu der Voltigier-Weltspitze gehören. Zufrieden und glücklich waren am Sonntagabend auch die Veranstalter: „Am letzten, entscheidenden Tag brodelte die fast ausverkaufte Halle“, sagt Christine Wendtland-Meins vom PSH. Genau so hatten wir uns das vorgestellt: Gänsehaut-Feeling auslösend! Es war ein Wochenende voller Spannung bis zur letzten Minute, Emotionen und großartiger Leistung hier bei uns im Norden, in der Hitze von Elmshorn. Wir freuen uns mit dem gesamten Orga-Team über den reibungslosen Ablauf, den wir auch den über 100 ehrenamtlichen Helfern zu verdanken haben. Sogar bei dem kurzen Gewittersturm am Samstag war auf unsere Helfer Verlass. Ohne sie und unsere zahlreichen Sponsoren wäre die Durchführung einer solchen Veranstaltung schlichtweg nicht möglich.“

Die neuen Deutschen Meister im Voltigieren

Große Erwartungen und Hoffnungen wurden erfüllt – die Favoriten des Sports haben alles gegeben und in der Fritz-Thiedemann-Halle gezeigt, dass sie wenn es drauf ankommt, Bestleistung abliefern: Kristina Boe (Hamburg), Thomas Brüsewitz (Rheinland) und der RV Fredenbeck I (Niedersachsen) sind nach drei Teilprüfungen (Pflicht und zwei Mal Kür) am 29.7. zu den neuen Deutschen Meistern gekürt worden. Im Doppel standen Janika Derks und Johannes Kay aus dem Rheinland auf dem Siegerpodest ganz oben.Krimi-Finale bei den HerrenWeltklasse-Sport war zu erwarten, schließlich hatten einige Teilnehmer bereits vorher beim CHIO in Aachen richtig abgeräumt. Dass sie dann aber eine Woche später zum Teil ihre Leistungen noch mal steigern konnten, verblüffte Trainer, Richter und Zuschauer. Während bei den Herren die fünf Bestplatzierten ihre Pflicht alle mit Noten über 8 absolvierten, setzte sich Jannik Heiland aus Hamburg mit seiner letzten Kürnote von 9,163 an die Spitze vor Julian Wilfling (Bayern) mit 8,899 und Thomas Brüsewitz (Rheinland) mit 8,685. Jannik Heiland begeisterte auf seinem Pferd Dark Beluga mit Longenführerin Barbara Rosiny mit seiner melancholischen Kür „Der Pianist“ mit hohem Risiko und top ausgeführten Übungen zu Recht die Richter. Julian Wilfing aus Bayern auf Feliciano mit dem Longenführer Lars Hansen lieferte eine charmant, fröhlich-beschwingte Kür als Woody aus dem Film Toy Story. „Ich war einigermaßen zufrieden mit meiner Leistung und hoffe, dass ich allen Freude mit meiner Kür bereiten konnte“, kam prompt sein Feedback nach dem Auftritt. Nicht zu 100 Prozent zufrieden war der nach der Pflicht führende Thomas Brüsewitz: Er riskierte in seiner Kür „Truman Show“ ganz viel – und landete im Sand. „Da habe ich ein bisschen mein Pferd Danny Boy verfehlt“, war seine Analyse nach der Kür. Auch Longenführer Patric Looser schien erst etwas enttäuscht. Die Enttäuschung wandelte sich jedoch in Jubel, als die Gesamtergebnisse präsentiert wurden: Mit einem Vorsprung von 0,004 Punkten gewann Thomas Brüsewitz vor Julian Wilfling mit 8,663 und Jannik Heiland mit 8,573 den Gesamt-Wettkampf – spannender hätten die drei es nicht machen können.

Sie kam, voltigierte und siegte

Keinen Krimi, sondern eine ganz klare Linie gab es bei den Prüfungen der Damen: Jeden einzelnen Wettbewerb gewann die überragende Hamburgerin Kristina Boe und wurde verdient die neue Deutsche Meisterin im Einzelvoltigieren auf dem Pferd Don de la Mar mit Winnie Schlüter an der Longe. Nach hervorragenden Noten in der Pflicht (8,648) und der ersten Kür (8,845) zeigte sie am Sonntag als Schimpansenforscherin „Jane Goodall“ ihre Siegerkür aus Aachen. In Elmshorn reichte das mit einer starken 9,373 ebenfalls für den Sieg mit der Gesamtpunktzahl von 8,781. Silber wurde Janika Derks aus dem Rheinland verliehen, die mit ihrem Pferd Carousso Hit und Longenführerin Jessica Lichtenberg insgesamt die Note 8,516 erreichte. Auf dem dritten Platz landete Corinna Knauf aus dem Rheinland, die mit ihrer zweiten Kür als Hexe „das Publikum einfach nur begeistern wollte“. Das war auch begeistert, ebenso wie Longenführerin Alexandra Knauf, die das Pferd Fabiola aus Kurs hielt.

Auf und ab zwischen Nord und Süd

Zittern bis zum Schluss mussten die Gruppen: Zwischen Fredenbeck I (Niedersachsen), Ingelsberg I (Bayern) und dem Team Norka vom VV Köln-Dünnwald (Rheinland) war es in den drei Teilprüfungen immer richtig eng, die Führung wechselte mehrmals. Insofern war die Spannung am letzten Tag in der Fritz-Thiedemann-Halle kaum auszuhalten – viele Fans waren mit in den Norden gereist und feuerten ihre Teams kräftig an. Zum Schluss behielt das Team Fredenbeck I in ihrer Kür „Goethes Faust“ die Nerven und zeigte auf dem Pferd Wizaro mit Gesa Bühring an der Longe eine überragende Kür. Zweimal vergaben die Richter die Traumnote 10,0 für die Gestaltung, für Schwierigkeit und Ausführung gab es in der letzten Kür eine 9,500 und eine 9,775. Fredenbeck I sicherte sich mit 9,390 Punkten in der Kür und einem Gesamt-Ergebnis zum ersten Mal den Deutschen Meister Titel knapp vor dem Team Norka (gesamt 8,601) und  Ingelsberg I (8,505).

Traumpaare auf dem Treppchen

Ganz gerade durchmarschiert sind Johannes Kay und Janika Derks, die Spitzenvoltigierer aus dem Rheinland. Die beiden setzten sich auf Dark Beluga mit Barbara Rosiny an der Longe bereits im ersten Umlauf an die Spitzenposition. Diese bauten sie mit ihrer Kür „Energie“ und hervorragende 9,299 Punkte weiter aus und wurden zum Deutschen Meisterpaar gekürt. Waren sie in Aachen noch ganz vorn, mussten sie in Elmshorn mit Silber vorlieb nehmen: Die Kölner Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs beendeten den Wettkampf auf Picardo mit Longenführer Patric Looser mit 9,038 Punkten. Den letzten Platz auf dem Treppchen holten sich Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes (Westfalen) auf ihrem Pferd Caram (Longenführerin Claudia Döller-Ossenberg-Engels). 8,888 Punkten reichten für die Bronzemedaille. 

Der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Breido Graf zu Rantzau lobte im Anschluss an die Meisterehrung die Sportler: „Ich weiß, was für eine gewaltige Leistung unsere Voltigierer bringen. Und ich freue mich, dass Elmshorn so ein gutes Pflaster für die DM ist.

“Höchst zufrieden mit den diesjährigen Deutschen Meisterschaften zeigte sich ebenfalls Ingrid Thomsen, Schirmherrin der Veranstaltung und Ehrenmitglied der FN: „Schleswig-Holstein war für vier Tage das Mekka des Voltigiersports und der „Echte Norden“ mutierte mal wieder zum Mittelpunkt des Hochleistungssports auf dem Pferderücken. Die Deutschen Meisterschaften 2018 in Elmshorn zeigten nicht nur im Einzel- und Duovoltigieren sondern ganz besonders auch im Gruppenvoltigierern einen herausragenden Leistungsstand, so dass vom Richtergremium auch Maximalwertnoten gegeben wurden. Ich hoffe sehr, dass die Faszination und Ausstrahlung dieses Sportes sehr bald mutige Funktionäre auf allen Ebenen finden wird, die den Schritt einleiten, den Voltigiersport auf dem Weg Richtung Olympische Spiele zu begleiten.

“Begeistert zeigten sich auch die angereisten Teilnehmer: „Es war eigentlich nicht möglich, aber ihr habt mit dieser DM wieder einen drauf gesetzt!“, lobte Andreas Bäßler, Mannschaftsführer aus Sachsen die Veranstaltung. „So eine professionelle Organisation, mit so viel Liebe zum Detail – das ist schon etwas ganz Besonderes. Wir haben uns hier super wohl gefühlt!“

Alle Ergebnisse gibt es unter www.dm-voltigieren2018.de.

 

Fotos: Daniel Kaiser