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Altes, Neues und ganz viel Herz - Die Betriebetour 2018

Auch in diesem Jahr lud der Arbeitskreis Pferdebetriebe die Mitglieder des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein e.V. wieder dazu ein, einen Blick über den eigenen Weidezaun hinaus zu werfen und gemeinsam andere Betriebe zu erkunden.


(Stormarn / Herzogtum Lauenburg.)
Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich am letzten Donnerstag im Juni rund 30 interessierte Betriebsinhaber auf dem Reithof Düwiger in Hoisdorf ein, um von dort aus zur alljährlichen Betriebetour des PSH zu starten. Der Hof trägt den Namen seines Urgroßvaters, erklärt Betriebsleiter Sönke Niemeyer-Reeckmann, der die Anlage bereits in 4. Generation bewirtschaftet und sich auch schon auf die in Kürze bevorstehende Geburt der 5. Generation freuen darf. Der Betrieb besteht seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts und hat sich seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Ursprünglich rein landwirtschaftlich geprägt, ist daraus heute ein moderner, kundenorientierter Stall für eine Klientel mit gehobenen Ansprüchen geworden – die auch bereit ist, für gehobenen Service entsprechend mehr Geld auszugeben. So bleibt hier vom Decken- und „Pülverchen-Service“ bis zur maßgeschneiderten Weideparzellierung kein Kundenwunsch ungehört, großzügige Plätze und Reithallen bieten den Reitern ausgiebige Trainingsmöglichkeiten und der Betrieb floriert und kann auch die einstmals knapp bemessenen Ställe von damals Schritt für Schritt modern und zukunftsfähig gestalten.

Gerade einmal fünf Jahre jung ist hingegen das Horse and Moor Hus, die Aktivstallanlage der Familie Koop in Lüchow. Was als kleiner Boxentrakt für Nadja Koops eigene und ein paar Gastpferde begann, hat sich neben Ackerbau, Biogas und Mietobjekten in kürzester Zeit zu einem festen Standbein des 400 Jahre alten Familienbetriebs entwickelt – und ist zudem eine Herzensangelegenheit. Rund zwei Jahre lang hatte die Familie Aktivställe im gesamten Bundesgebiet bereist, bevor Sie das Konzept für ihren eigenen Stall ausarbeitete. Heute stehen hier etwa 25 Pferde in gemischter Herde auf einem Hektar Lauffläche und genießen alle Annehmlichkeiten eines entspannten Pferdelebens. Aber auch die Boxen sind geblieben, erklärt die Stallchefin, denn manchmal kommt es vor, dass einzelne Pferde einfach nicht in die große Herde passen. Diese haben dann ihre Boxen und eine separate Lauffläche, wo sie sich in kleineren Gruppen bewegen können. Das A und O für ein gutes Herdenmanagement sei die richtige Vorauswahl, mit wem es passt und mit wem nicht, erläutert sie, und die von 30 fremden Personen umringten Pferde dösen entspannt vor sich hin und scheinen ihr recht zu geben.

Auch auf dem Cockmoor Welsh Cob Gestüt der Familie Stahmer geht es entspannt zu. Mitten im Grün der Hahnheide, die der Zucht ihren Namen gab, leben rund 65 Pferde in zwei Aktivstallherden und einigen modernen Boxen. Was heute hier so selbstverständlich scheint, war 1994 eine kleine Revolution, als die Familie einen der ersten Aktivställe in Schleswig-Holstein baute. „Anfangs waren wir nicht sicher, ob es angenommen würde“, erklärt Stefanie Stahmer, „deshalb hatten wir den Boxentrakt so kalkuliert, dass wir den Stall auch allein mit diesen Einnahmen betreiben könnten.“ Doch die Sorge war unbegründet, denn das Konzept wurde mit Begeisterung angenommen und heute dienen die Boxen hier ebenfalls für die Pferde, die in keine der bestehenden Herden hinein finden. Auch für Familie Stahmer ist der Betrieb Herzenssache und eine echte Leidenschaft. Daran besteht kein Zweifel, wenn Stefanie mit leuchtenden Augen vom ihrem „Ponyhof“ schwärmt. Auch ihr Hof wächst und entwickelt sich beständig – neueste Errungenschaft ist eine Sole-Box zur Behandlung von Atemwegserkrankungen. Einige der Einsteller sind hier bereits seit dem ersten Jahr zuhause und sowohl Familie Stahmer als auch Familie Koop führen lange Wartelisten.

Fotos: Anja Haltenhof