Landesbreitensportturnier 2011 - Freude am Pferd

Fröhliche Menschen, zufriedene Tiere und staunende Zuschauer - beim 16. Landesbreitensportfestival in Bad Segeberg stand der Spaß mit dem Partner Pferd im Vordergrund.


Dass man mit Pferden mehr machen kann als Dressur- und Springreiten, bewiesen die rund 1000 Teilnehmer am 20. und 21. August auf dem Landesturnierplatz. „Wir konnten zeigen, wie vielfältig der Pferdesport in unserem Land ist“, sagte Anke Voswinkel, Breitensportbeauftragte des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein (PSH). „Nicht jeder hat die Möglichkeit, die Lust oder den Ehrgeiz, im Leistungssport mitzumischen. Trotzdem verbringt der Großteil der Pferdefreunde viel Zeit mit ihren Tieren: Ob beim Wanderritt durch die Natur, beim Führ- und Vertrauenstraining oder beim Holzrücken mit dem Kaltblüter… Diese Leute machen den Großteil der Pferdesportler aus. Und das durften sie beim Breitensportfestival zeigen.“


Da führten die Züchter des Pferdestammbuchs Schleswig-Holstein ihre Nachwuchs-Fohlen vor und Voltigierer turnten als Piraten verkleidet atemberaubende Übungen im Schritt und Galopp. Kaltblut-Besitzer liefen Wettrennen mit ihren Pferden und Ponys jagten Fußbälle über das Feld. Islandpferde zeigten ihre fünf Gangarten und Ringreiter stachen um die Landesmeisterschaft der Junioren, mutige Mounted-Games-Reiter lieferten sich schnelle Wettkämpfe und Kutschfahrer rasten durch einen Geschicklichkeitsparcours. Mit dem Stern- und Stafettenritt machten Reiter Werbung für neue und bessere Reitwege im Land. Und für Zuschauer ohne Pferd gab es allerlei Mitmachangebote, wie z. B. Fahrten im Mini-Shetty-Sulky. „Ich bin zum ersten Mal hier und bin ganz begeistert von dieser schönen Veranstaltung“, sagte Helga Wullschläger aus Kiel. „Es ist ganz toll zusehen, was man mit Pferden alles machen kann! Mir ist auch gleich die entspannte Atmosphäre aufgefallen. Das ist schon ein Unterschied zu leistungsorientierten Turnieren.“


Trotz allem ging es nicht für alle Teilnehmer nur um den Spaß – im Rahmen der Veranstaltung wurde nämlich auch das Deutsche Quadrillen-Championat ausgetragen. Acht Mannschaften mit je acht Reitern ritten bei einer klassischen Prüfung und einer Themen-Quadrille um den Titel. Mit der Traumnote 9,1 in der A-Note und einem Gesamtergebnis von 8,7 gewann die Mannschaft vom St. Hubertus Wesel-Obrighoven, vorgestellt von Helmi Abeck, den Wettbewerb der klassischen Quadrille. Bestes schleswig-holsteinisches Team waren die Reiter des RV Husbyharde, vorgestellt von Nicole Günzl auf dem dritten Platz (Note 7,3). Als Schneewittchen, Hexe und sieben Zwerge kostümiert konnte St. Hubertus Wesel-Obrighoven auch die Themen-Quadrille für sich entscheiden. Die Reiter und Helfer aus Nordrhein-Westfalen waren ganz begeistert über den Doppelsieg. „Da hat sich die achtstündige Anfahrt doch gelohnt“, freute sich Helmi Abeck.


Mit dem großen Schlussaufmarsch aller Teilnehmer endete zugleich die offizielle Tätigkeit von Dörte Rehse-Behncke. Die Breitensportreferentin hatte das Turnier seit Beginn begleitet und in vielerlei Hinsicht geprägt. „Höhepunkte gab es für mich in den vergangenen Jahren auf diesem Turnier ganz viele“, so die Organisatorin. „Zum Beispiel hatten wir die Ehre, 2007 das Bundesbreitensportfestival auszutragen. Das zeigt das große Vertrauen, dass die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in unser Team setzt. Aber die größte Freude bereiten mir all die kleinen, netten Geschichten, die sich auf dieser Veranstaltung abspielen.“ Vor drei Jahren fiel bei einer Voltigier-Vorführung die Musik aus – spontan sangen die Mütter der Teilnehmer das Lied und die Kür konnte fortgesetzt werden. „So etwas ist doch toll. Hier sieht man überall auf dem Platz glückliche Gesichter, entspannte Pferde und zufriedene Teilnehmer. Das gibt es im Leistungssport nicht so häufig. Viele Reiter und Fahrer campieren auch jedes Jahr hier auf dem Gelände im Pferdeanhänger und schlafen neben ihren vierbeinigen Freunden. Das ist doch einfach nur schön!“  Dörte Rehse-Behncke geht nun in den Ruhestand. „Ich bin mir sicher, dass mit Maritres Hötger eine würdige Nachfolgerin gefunden wurde, die viel Elan und neuen Ideen den Pferdesport weiter bringen wird“, sagte sie. Dörte Rehse-Behncke wurde von Dieter Medow, dem Vorsitzendem des PSH mit der Ehrennadel ausgezeichnet.

 

-Nadine Sorgenfrei-

 

 

 

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Wulf Rohwedder und Nadine Sorgenfrei.

 

Wir würden uns freuen, wenn uns noch jemand Fotos vom Samstag zur Verfügung stellen könnten, die fehlen bisher leider noch.