Bunte Tage in "Bade-Segeberg"

Am 19. und 20. August wurde die Rennkoppel in Bad Segeberg wieder zum Mekka des Breitensports – und das nun schon zum 22. Mal. Die Sparkasse Südholstein präsentierte das Pferdefest des Nordens, Schleswig-Holsteins kunterbuntes Landesbreitensportturnier.

(Bad Segeberg.) "Durchwachsen" war die Wetterprognose für das dritte Augustwochenende, aber davon lässt sich der Norddeutsche ja nicht schrecken – erst recht nicht, wenn er im Pferdesport zu Hause ist. Und so fanden sich über beide Tage verteilt an die 5.000 Besucher und Teilnehmer auf dem Platz ein, um zu schauen, zu lernen und zu zeigen, was sie können. An jeder Ecke gab es etwas zu bestaunen und zu entdecken. Während in der Horse-Agility die Sommerparty beim „Springen zu Fuß“ zwischen aufblasbaren Palmen und Haien oder über Schlauchbote tobte, wirbelten die Kaltblüter nebenan im Vierkampf ordentlich Staub auf. Die Fahrer waren mit ihren prächtigen Gespannen angereist; die Voltigierer präsentierten ihre kunterbunten Kostüme und Ideen und überall traf man auf fröhliche Pferde und Menschen. Über 1.000 Schleifen durften Breitensportbeauftrage Antje Voss und ihr Team an diesen Tagen verteilen.

Die Sonne tat was sie konnte, um den Pferdefreunden zwei schöne Tage zu bescheren, doch die Regenwolken wollten sich das Mitfeiern einfach nicht verbieten lassen und so kam mancher Teilnehmer nach ein paar besonders enthusiastischen Schauern in den kurzfristigen Besitz eines Paddocks mit Seegrundstück, doch auch das konnte die gute Laune der Breitensportler in „Bade-Segeberg“ nicht trüben.

Die Begeisterung für dieses Turnier, das wirklich jedem die Chance bietet, einfach mal zu zeigen woran er und sein Pferd Spaß haben, scheint stetig zu wachsen und auch der Wettbewerbsvielfalt scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein -  außer vielleicht den räumlichen des Turnierplatzes, auf dem inzwischen auf bis zu 11 Plätzen gleichzeitig die rund 100 Wettbewerbe stattfinden.
Hier findet wirklich jeder Pferdefan etwas zum Mitmachen oder Bestaunen. Besonders beliebt waren auch dieses Jahr wieder die Gelassenheitsprüfungen, in denen die Pferde ihre Nervenstärke beweisen können, und die offenen Küren, in denen die Teilnehmer komplett frei wählen dürfen, was sie zeigen wollen. In beeindruckenden Bildern war zu sehen, was alles möglich ist, wenn Pferd und Reiter einander vertrauen. Auch die neuen Wettbewerbe, wie z. B. die Working Equitation, die Englische Sattelklasse oder die Hunterklasse im Springen brachten tolle neue Bilder in den bunten Reigen.

Gemäß der Prämisse „eine gute Ausbildung ist gelebter Tierschutz“, herrschte derweil im Vortragszelt, das in diesem Jahr seine Premiere beim Pferdefest hatte, zu Themen wie Gesundheitsfürsorge oder Ausbildung von Mensch und Pferd ein reger Austausch zwischen den ehrenamtlichen Referenten und den Turniergästen. Zu diesen Gästen gehörte der Innenminister des Landes Schleswig-Holstein, Hans-Joachim Grote, der sich beeindruckt zeigte, über das was der Pferdesportverband Schleswig-Holstein e. V. und die 12 befreundeten Verbände und Vereine mit ihren alljährlich rund 300 ehrenamtlichen Helfern da auf die Beine gestellt hatten. Das Landesbreitensportturnier ist eben eine Veranstaltung von Pferdefreunden für Pferdefreunde. Daher mag auch die familiär-entspannte Stimmung rühren, die so typisch für diese Traditionsveranstaltung ist. Hier fährt jeder als Gewinner nach Hause und nimmt nicht nur Schleifen, sondern vor allem eine Menge schöner Erinnerungen und neuer Impulse mit nach Hause. Einige Momente bleiben dabei natürlich besonders deutlich hängen: Die SternStaffetten zum Beispiel konnten dieses Jahr mehr als 3.000 demonstrative Kilometer für mehr Reit- und Fahrwege im Land zusammentragen und so mancher Zuschauer versank bei der Großen Show-Kür am Samstagabend beim Anblick des Fächertanzes im Damensattel oder dem federleichten Pas-de-Deux am Halsring in pure Verzauberung.

Nun ist das Wochenende vorbei und traditionell verabschiedet man sich hier mit: "Bis zum nächsten Jahr!", denn die meisten kommen jedes Jahr wieder. Kein Wunder, bei einer solchen Atmosphäre und Vielfalt.

Christina Roesler

 

 

                    Fotos: Anja Haltenhof, Holger Hansen, Wulf Rohwedder