Leben und Lernen im Pferdesport – Die Landesbreitensporttagung 2015

Rund 120 Teilnehmer trafen sich auch in diesem Jahr zur Landesbreitensporttagung in Bönebüttel und Tasdorf (bei Neumünster) um sich über die Themen „Leben und Lernen“ im Pferdesport auszutauschen.

(Bönebüttel/ Tasdorf). „Leben und Lernen“ – im Pferdesport ein großes Thema, das eigentlich schon ganz alt, aber zu jeder Zeit aktuell ist. Wie können wir unserem Partner Pferd das Leben abwechslungsreicher und vor allem artgerecht gestalten? Und was gibt es noch für Möglichkeiten gemeinsam mit ihm zu lernen? Wie lernt überhaupt unser Pferdesportnachwuchs? 120 Breitensportbegeisterte trafen sich am 1. Februar zur Landesbreitensporttagung auf dem Reiterhof Loop in Bönebüttel um genau diesen Fragen nachzugehen.

Nach der Begrüßung durch die Breitensportbeauftrage Antje Voß hatten die Teilnehmer die Chance einen Pensionsbetrieb der besonderen Art kennen zu lernen: den Aktivstall der Familie Loop. Hier wird das Leben unserer vierbeinigen Partner vor allem artgerecht und vielfältig gestaltet.  Ob durch die individuelle Fütterung mit Hilfe von Transpondern (Halsband mit Chip) an den Kraftfutterstationen, Rollraufen oder Einzel-Heudosierern, eine extra Liegehalle mit Ruhezonen, zusätzlichen Weidegang – hier wird den Pferden auf 4000 m² die Möglichkeit gegeben ihren Grundbedürfnissen wie viel Bewegung an frischer Luft, Sozialkontakt, Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten, individueller Fütterung in kleinen Portionen mit langen Fresszeiten ausgiebig nachzugehen. Das macht nicht nur die Pferde, sondern auch die Besitzer glücklich, denn diese haben dadurch gesunde, ausgeglichene und motivierte Pferde an ihrer Seite.  Und nicht nur die Pferde und Halter sind von diesem Konzept überzeugt. Auch die Jury des bundesweiten Wettbewerbs „Unser Stall soll besser werden“ ausgeschrieben von den Persönlichen Mitglieder der FN und der Reiter Revue war vom Konzept überzeugt und vergab hier den 2. Platz.

Neue Möglichkeiten, die es für die Pferdefreunde im Sattel zu lernen und zu entdecken gibt, zeigte das Team von Stephanie Leue (Teichhof Ahrensfelde), das in der Praxis die Working Equitation vorstellte. Die Working Equitation fasst die alten europäischen Arbeitsreitweisen zusammen und findet seit ein paar Jahren auch im Norden immer mehr Anhänger und aktive Reiter die diesem Sport nachgehen wollen. Je nach Ausbildungsstand können sich die Reiter hier in den Disziplinen Dressur, Dressurtrail, Speedtrail und Rinderarbeit messen.

Dass auch die gesamte Familie mit viel Spaß gemeinsam am Pferd lernen kann, zeigte der RV Bornhöved der das vom Landessport-verband, den Volksbanken Raiffeisenbanken und der AOK Nordwest geförderte Projekt „Pferd sucht Familie“ gemeinsam mit den Familien und seinen Helfern vorstellte. Das übergeordnete Ziel des Projektes ist es, verschiedene Generationen durch ein Sportangebot für Familien in den Vereinen zum gemeinsamen Sporttreiben zu animieren. Das hat beim Familiensport Pferd besonders gut geklappt. Das Angebot wurde von acht Familien in Anspruch genommen und so konnten alle in 10 Einheiten alle Teilnehmer vor allem die Freude am Pferd und die Grundlagen wie den Umgang, die Pferdepflege, das korrekte Führen und die Anfänge im Voltigieren und Reiten erlernen und erleben. Wie viel Spaß das macht und was die ganz Kleinen und Großen schon können zeigten sie dann auch vor dem großen Publikum der Landesbreitensporttagung.

Nachdem sich anschließend alle beim leckeren Buffet im Landgasthof Voigt in Tasdorf gestärkt hatten, ging es dort dann auch gleich in die zweite, theoretische Runde des Tages. Den Anfang machte Ausbilderin und Prüferin Wibke Behrens, die ihr alltägliches Abenteuer – den Kinderreitunterricht – vorstellte. Sie berichtete z.B. von Tagen an denen die Kinder ihren Ponys lieber ihre Alltagssorgen erzählen als zu reiten, von Bedenken und Ansprüchen der Eltern, Sicherheitsfragen und dem Umgang mit der Fitness der Computergeneration. Schnell wurde so klar, dass es mit der einfachen Abteilungsreitstunde meistens nicht getan ist, aber dass sich die Mühe lohnt den Kinderreitunterricht kreativ und individuell abgestimmt zu gestalten.

Wie man Jugendliche motiviert und was man überhaupt alles für die Zukunft des Pferdesports so machen kann, präsentierten Jarka Luther und Maria Taugerbeck, die im Freiwilligendienst beim PSH besonders mit diesen Themen betraut sind. Sie berichteten nicht nur vom Wert des ehrenamtlichen Engagements für die Jugendlichen selbst, wie z.B. der Persönlichkeitsbildung und den Vorteilen für die Vereine wie z.B. einer aktiven Vereinsjugend und der damit verbundenen Mitgliederbindung. Außerdem stellten sie aktuelle und geplante Jugendprojekte im PSH, wie z.B. „Facebook kommt in die Hufe“, den Landesjugendtag oder das Begegnungswochenende „Pferdesport verbindet“ vor. So konnten Sie den  interessierten Zuhörern aus eigener Erfahrung mitgeben wie wichtig es ist sich nicht nur im Sport sondern auch in der Allgemeinen Jugendarbeit zu engagieren und hoffentlich dem einen oder anderen Verein auch Mut und Lust machen, die eigene Jugendarbeit mal wieder etwas aufzupeppen.

Saskia Görgler, Britta Herbst und Regine Kracht erzählten lehrreiches über das Verhalten in Natur und Umwelt ihrem Vortrag „Natürlich lernen: Mit Pferden unterwegs“. Sie stellten die Ausbildungsmöglichkeiten der FN wie z.B. den Wanderrittführer vor. Außerdem zeigten Sie auch auf wie gut man die Natur und das Leben der Wildtiere zu Pferde entdecken kann. Vor allem die Bildbeiträge von Regine Kracht ließen erahnen, was für ein beeindruckendes Naturerlebnis sich den Wanderern zu Pferde bietet. Auch Britta Herbst erläuterte deutlich am Beispiel des Schleswig- Holsteinischen Wattenmeers, wie wichtig es vor diesem Hintergrund auch ist die Naturschutzgebiete und darin auch Wege für die Reiter und Fahrer zu erhalten.

Zu guter Letzt stellten Antje Voß und Britta Herbst die aktuellen Termine des Breitensports in Schleswig-Holstein vor. Vor allem  das 20-jährige Jubiläum des Landesbreitensportturniers, am 15. und 16. August, wird von allen mit großer Vorfreude erwartet.  Nach den vielen Eindrücken und Anregungen hatten nun noch alle Teilnehmer die Gelegenheit den Tag gemeinsam mit den Referenten bei Kaffee und Kuchen Revue passieren zu lassen und letzte offene Fragen zu klären, um dann mit neuer Inspiration das Leben und Lernen in ihren Vereinen und Betrieben zu gestalten.

- Maria Taugerbeck, Pferdesportverband Schleswig-Holstein –

                           Fotos: Holger Hansen