Pferd, Pferd - Hurra! - Das Landesbreitensportturnier 2014

Pferde, Freude und Freunde – beim 19. Landesbreitensportturnier am 16. und 17. August auf der Bad Segeberger Rennkoppel waren sich alle einig: Pferdesport macht Spaß. Reiter, Fahrer und Führer waren mit ihren vierbeinigen Freunden angereist, um zu zeigen, was man mit einem Pferd alles machen kann.

Den knapp 5000 Zuschauern präsentierten sich unter anderem Voltigierer, Westernreiter, Kaltblüter, Reiterinnen im Damensattel, Kutschfahrer, Hunde und noch viele mehr in rund 80 verschieden Wettbewerben. Viele kommen bereits seit vielen Jahren immer wieder. Langweilig wird es nie, denn es gibt jedes Mal wieder Neues zu entdecken. „Für innovative und kreative Ideen, die sich pferdefreundlich durchführen lassen, sind wir immer offen“, bestätigte Organisatorin Maritres Hötger, Breitensportreferentin des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein (PSH). Zum ersten Mal fand in diesem Jahr der Wettbewerb Cross Country Ringreiten statt – mit großem Interesse und Beteiligung. Zwölf Reiter versuchten, die vier Ringe zu stechen. Dabei wurden ihnen mehrere Hindernisse in den Weg gelegt, unter anderem sollten sie einen Flattervorhang durchqueren und einen Cavaletti überwinden. Vanity Laubinger aus Padenstedt stellte sich auch dieser Herausforderung. Mit ihrem Pony Elvis versuchte sie, möglichst viele Ringe zu erwischen. „Elvis ist erst sechs Jahre alt und ich habe ihn selbst eingeritten“, erzählt sie stolz. Mit Elvis hat Vanity auch bei der Sportstafette mitgemacht: Vanity ist einen Parcours geritten, ihr bester Freund Silas von Holleuffer musste zu Fuß über die Sprünge. „Das Turnier macht einfach immer total viel Spaß“, finden die beiden. „Wir schlafen auch hier bei den Pferden, was total cool ist.“

Isländer beim Ringreiten und Hunde in Dressurwettbewerben
Auch Maria Petzold probierte mit ihrem Islandpferd Sörtli von Dreieichen das Cross Country Ringreiten aus. Maria ist ein echtes Urgestein des Landesbreitensportturniers, sie ist seit dem ersten Mal vor 19 Jahren jedes Jahr wieder dabei. „Damals war die Veranstaltung noch viel kleiner und wir saßen abends alle beim Lagerfeuer zusammen“, erzählte sie. „Es ist jedes Jahr einfach nur  schön hier und wunderbar zu beobachten, wie sich so ein Turnier über zwei Jahrzehnte entwickelt.“ Neben dem Ringreiten hatte sich Maria noch für eine geführte und eine gerittene Gelassenheitsprüfung (GHP), den Best of Dreigang und die Ralley im Ihlwald angemeldet. „Dieses vielfältige Angebot macht das Turnier so interessant“, sagt sie. „Zwar habe ich meine Lieblingsdisziplinen, aber ich finde auch immer die Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren.“
Neu war in diesem Jahr ebenfalls der Barockpferde-Cup der Deutschen Friesenzüchter auf dem Landesbreitensportturnier. Zwischen die stolzen, schwarzen Pferden dieser Rasse gesellte sich auch ein Schimmel: der Lipizzaner Siglavy Capra. Seine Reiterin Tina Wesenigk war extra aus Berlin angereist. „Bei uns in der Gegend gibt es so tolle Veranstaltungen gar nicht“, erklärte sie. „Aber die vier Stunden Fahrt haben sich absolut gelohnt. Mir gefällt es richtig gut hier, so einen bunten Mix aus den verschiedensten Pferden und Leuten auf einem Fleck zu sehen ist schon toll.“ Tina war schon am Freitag angereist und hatte drei Nächte im Auto geschlafen, um an beiden Tagen Wettbewerbe mit machen zu können. Sie startete außerdem bei der gebisslosen Rittigkeitsprüfung. „Ich habe im letzten Jahr ein Video von einem Teilnehmer auf Youtube gesehen“, erzählt sie. „Daraufhin habe ich im Internet recherchiert und dieses Turnier gefunden. Tja, und jetzt bin ich selbst hier – bestimmt nicht das letzte Mal.“
Claudia Horns aus Bimöhlen hatte nicht nur ihren Trakehnerwallach Prussow mitgebracht, sondern auch ihre Hündin Annabel. Sie demonstrierten beim Wettkampf Hund und Pferd, wie verschiedene Vierbeiner miteinander harmonieren können. „Viele Reiter und vor allem viele Hofbesitzer haben ja neben den Pferden auch Hunde“, erklärte sie. „Mein Hund muss mir auch  gehorchen, wenn ich im Sattel sitze. Ich kann schließlich nicht jedes Mal absteigen. Da haben ich Annabel schon ein kleines Repertoire an Übungen beigebracht.  Es ist schön, dass wir das hier mal zeigen können“, fand sie.

Bunt, vielseitig und schön

Eine wahrer Zuschauermagnet waren in diesem Jahr wieder die Voltigierwettbewerbe. Ob einzeln, zu zweit, in Gruppen, im Schritt oder Galopp, bunt kostümiert oder sportlich im Gymnastikanzug – hier war alles vertreten. Einen tollen Hingucker bot die Volti-Gruppe „Reiterfreunde Röbsdorf“. Ihr Thema „Zauberwald“ hatten sie aufwendig mit märchenhaften Kostümen für Pferd und Kinder umgesetzt, außerdem verzauberten sie die Zuschauer mit toller Akrobatik – inklusive flotter Flicflacs und dynamischer Überschläge. „Ein toller Auftritt in wunderbaren Kostümen, bei dem alle mit einbezogen wurden: Longenführer, Pferd und Voltigierer“, lobte Richterin Kirsten Clausen die Vorstellung. „Auch die sportlich turnenden Voltigierer gefielen uns sehr.“
Zehn Jahre hatte sie das Landesbreitensportturnier begleitet - am Samstag Abend wurde sie als Breitensportbeauftragte verabschiedet: Anke Voswinkel. „Ich habe mich in diesem tollen Team immer sehr wohl gefühlt“, lobte sie ihre Mitstreiter. „Über die Jahre ist die Organisation des Turniers sehr professionell geworden. Jetzt war ich endlich auch mal als Teilnehmer dabei – und es hat mir ausgezeichnet gefallen.“ Künftig werden Britta Herbst und Antje Voß die Aufgaben übernehmen. „Das Landesbreitensportturnier habe ich seit Jahren als Richterin in den verschiedensten Disziplinen begleitet und war jedes Mal aufs Neue begeistert, wie facettenreich die Veranstaltung ist“, sagte Antje Voß. „Dieses Wochenende als Verantwortliche zu erleben hat mir viel Spaß gemacht und auch mit neuen Ideen inspiriert.“

Neben dem Pferdesportverband (www.pferdesportverband-sh.de) waren auch der Islandpferde Reiter- und Züchterverband (IPVZ, www.ipvz.de), die Deutschen Friesenpferdzüchter (DFZ, www.df-z.de), das Team Légèreté (www.team-legerete.de), der Verband für Reiterspiele Mounted Games Deutschland (VRMGD, www.vrmgd.de), der Verein Schleswiger Pferdezüchter (VSP, www.schleswiger-kaltblut.de), die Fahrergemeinschaft Schleswig-Holstein/Hamburg (www.fahrergemeinschaft-sh-hh.de), die Erste Westernreiter Union (EWU, www.westernreiter.com), der Landesverband der Reit- und Fahrvereine Hamburg (www.pferdesport-hamburg.de) und die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer Deutschland (www.vfdnet.de) vertreten.

 

 

              
                Fotos: Wulf Rohwedder, Susett Queisert, Holger Hansen